Lagavulin
Besonderheiten
Die Lagavulin Destillerie steht an der Südküste der Insel Islay (sprich: >Eila<). Die Insel Islay ist die südlichste Insel der Hebriden und nur mit der Fähre zu erreichen. Auf der Höhe von Glasgow - an der Westküste Schottlands - gelegen ist Islay berühmt und auch berüchtigt für seine rauchigen Whiskies. Die Lagavulin Destillerie steht zwischen dem Kreuz von Kildalton und der Hafenstadt Port Ellen inmitten von zwei anderen Destillerien nämlich Ardbeg und Laphroaig. Mit Laphroaig verbindet Lagavulin eine lange andauernde Rivalität, deren Ursprung kaum mehr nachzuvollziehen ist.
Lagavulin sprich: >lag-vúlin< bedeutet „Tal mit der Mühle“
Der Name leitet sich von der Lage der Lagavulin Destillerie ab. Die Brennerei liegt in der Nähe jenes Tals mit der Mühle, in dem Mitte des 18. Jahrhunderts mehr als 8 illegale Brennereien standen. Die beiden legalen Brennereien die Anfang des 19. Jahrhunderts noch dort standen waren Ardmore und Lagavulin. Als der Lagavulin 16 years seit dem Jahr 2003 immer knapper und knapper wurde, führten dies einige Fans auf den enormen Nachfrage nach diesem Malt zurück. Natürlich wurde mit der Einführung des Lagavulin 16y als einer der 6 Classic Malts die Nachfrage nach diesem Whisky enorm gesteigert. Aber es gibt aucheinen sehr banalen Grund für die Verknappung des Lagavulin. Einen Großen Teil der 1980er Jahre wurde nur eine 2 Tagesschicht in Lagavulin gefahren. Das heißt die Produktion wurde auf ein Minimum reduziert. Als die 6 Classic Malt der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurden, und gleichzeitig die Nachfrage nach Single Malt Whiskies explodierte, ist man auch bei Lagavulin zur 5 Tage Woche zurückgekehrt.(1991) Heute wird an 7 Tagen und im 24 Stunden Rhythmus produziert.
Fast 85% der ca. 2,4 Mio Liter Alkohol, die in Lagavulin produziert werden, werden als Malt Whisky verkauft und davon ca. ¾ exportiert. Es gab einige Management Turbulenzen in den letzten Jahren. Donald Renwick ist als Generalmanager von Lagavulin zurückgetreten, nur um die selbe Stelle in der Royal Lochnagar Destillerie einzunehmen. Dort war er Nachfolger eines anderen ehemaligen Lagavulin Managers, Mike Nicholson. Renwick´s Nachfolger bei Lagavulin war John Thomson von der Port Ellen Mälzerei, der aber schon nach wenigen Wochen zur Knockando Destillerie wechelte. Willie MacDougall von der Oban Destillerie sollte ihn ersetzen, aber der änderte seine Pläne und ging zur Edradour Destillerie wo er der Nachfolger von Ian Henderson wurde, der Laphroaig sehr lange gemanagt hat. Nun hat man sich für einen echten Insulaner entschieden. Grahem Logie, der zuerst in Talisker war.
Historisches
Im Jahre 1816 hat John Johnston die Lagavulin Destillerie gegründet.
| 1825 |
John Johnston übernimmt die im Jahre 1817 gegründete Destillerie Ardmore. Ardmore ist direkt an Lagavulin angrenzend und wurde von Archibald Campbell gegründet. Ardmore wurde 1821 bereits wieder geschlossen. |
| 1835 |
Die Produktion in Ardmore wird eingestellt. |
| 1837 |
Beide Brennereien werden zusammengelegt, und firmieren nun unter dem Namen Lagavulin. Lagavulin wird von Donald Johnston geleitet. |
| 1852 |
Der Bruder des bekannten Wein und Spirituosenhändlers Alexander Graham, John Crawford Graham kauft die Lagavulin Destillerie. |
| 1867 |
Als Lagavulin von James Logan Mackie & Co. übernommen wurde, wird auch mit den Umbauarbeiten begonnen. |
| 1878 |
Peter Mackie fängt in der Lagavulin Destillerie zu arbeiten an. |
| 1889 |
James Logan Mackie stirbt. Sein Neffe Peter Mackie ist der Erbe der Lagavulin Destillerie. |
| 1890 |
John Logan Mackie & Co ändert den Namen auf Mackie & Co. Peter Mackie bringt „White Horse“ blended Whisky auf den Exportmarkt. Auch Lagavulin ist in diesem Blend vorhanden. Im Inland (Großbritanien ) wird der White Horse erst ab 1901 verkauft. |
| 1908 |
Peter Mackie verwendet die alten Brennereigebäude von Ardmore und baut eine neue Destillerie, Malt Mill. Früher hatte Peter Mackie auch für Laphroaig gearbeitet. Der Vertrag wurde aber vom Management aufgelöst. Malt Mill Destillerie war der Versuch von Peter Mackie Laphroaig aus dem Markt zu drängen. |
| 1924 |
Peter Mackie stirbt, und Mackie & Co. ändert deren Namen auf White Horse Distillers. |
| 1927 |
White Horse Distillers werden Teil der Distillers Company Limited (DCL). |
| 1930 |
Die Lagavulin Destillerie wird zukünftig von den Scottish Malt Distillers (SMD) verwaltet. |
| 1952 |
Ein Feuer breitet sich explosionsartig aus, und zerstört die Lagavulin Destillerie fast vollständig. |
| 1960 |
Malt Mill Destillerie wird zugesperrt und heute ist die Brennerei Teil des Besucherzentrums. |
| 1974 |
Die eigene Mälzerei wird aufgelassen, und das Malz bezieht Lagavulin zukünftig von der Port Ellen Mälzerei. |
| 1988 |
Lagavulin 16 years wird einer der 6 Classic Malts von Diageo. |
| 1998 |
Die Lagavulin Distillers Edition (Pedro Ximinez Sherryfass finish)wird auf den Markt gebracht. |
| 2002 |
Zwei Malts in Fassstärke werden auf den Markt gebracht. (12 years und 25 years) |
| 2006 |
Ein 30 jähriger Lagavulin wird vorgestellt. |
| 2007 |
Ein 1985 vintage (21 years) und die 6. Version des 12 jährigen werden abgefüllt. |