Laphroaig
Besonderheiten
Die Laphroaig Destillerie steht an der Südküste der Insel Islay (sprich: >Eila<). Die Insel Islay ist die südlichste Insel der Hebriden, und nur mit der Fähre zu erreichen. Auf der Höhe von Glasgow - an der westküste Schottlands gelegen - ist Islay berühmt und auch berüchtigt für seine rauchigen Whiskies. Die Laphroaig Destillerie steht zwischen dem Kreuz von Kildalton und der Hafenstadt Port Ellen und ist die westlichste von den drei Destillerien, die an der Südküste von Islay stehen: nämlich Ardbeg, Lagavulin und eben Laphroaig.
Laphroaig sprich: >lafroig< bedeutet „Senke der weißen Bucht“
Die Laphroaig Destillerie verfügt über eigene Torffelder, und mälzt auch die Gerste noch zum Teil selber. Das Malz hat mit 35-40 ppm einen fast gleich hohen Anteil an Phenolen wie der Erzrivale Lagavulin.
Laphroaig war nie sehr bekannt für seine Ideen und Innovationen. Gerade deshalb nahm die Whiskyindustrie mit Erstaunen zur Kenntnis, dass im Jahre 2004 der Laphroaig Quater Cask vorgestellt wurde. Einfach erklärt, wird der Malt Whisky für ungefähr 7 Monate in sogenannten quater casks (105 Liter) umgefüllt und erhält dort sein finish. Das quater cask hat den Vorteil, dass 30% mehr Inhalt direkt mit dem Holz in Verbindung kommt, was sich natürlich auf den Geschmack auswirkt. Der Laphroaig Quater Cask wird in Zukunft sicher in die allgemeine Produktpalette von Laphroaig aufgenommen werden, da Michael Cockram (Malt Brands Director) fest davon überzeugt ist, dass dieses „Quater Cask finishing“ in Zukunft eine ähnliche Bedeutung erhalten wird, wie schon jetzt das Wood finishing. Die Laphroaig Destillerie wechselte den Besitzer im Jahre 2005. Pernod Ricard übernahm den Vorbesitzer Allied Domecq, und wurde dabei von American Fortune Brands unterstützt. Im Gegenzug dafür, bekam American Fortune einige Marken, die früher Allied gehörten, unter anderem auch Laphroaig. Fortune Brands ist mittlerweilen die viertgrösste Spirituosenfirma weltweit, und ist nicht unerfahren was schottische Destillerien betrifft. Vor 15 Jahren hat Fortune Brands die Firma White & Mackay gekauft, die freilich im Jahre 2001 vom Management ausgelöst wurde. Laphroaig hat aber nicht nur neue Eigentümer, sondern auch einen neuen Manager. John Campbell ist ein Ileach (also ein auf der Insel geborener) und mit 37 Jahren der jüngste Destillerieleiter auf Islay.
Historisches
Im Jahre 1810 haben die Brüder Alexander und Donald Johnston, bereits Besitzer der Tallant Destillerie, die Laphroaig Destillerie gegründet.
| 1815 |
Das offizielle Jahr der ersten Produktion von Laphroaig Whisky. |
| 1836 |
Donald kauft die Anteile von Laphroaig von seinem Bruder Alexander auf, und übernimmt so die Leitung von Laphroaig. |
| 1837 |
James und Andrew Gairdner gründen die Destillerie Ardenistiel nur einen Steinwurf von der Laphroaig Destillerie entfernt. |
| 1847 |
Donald Johnston stirbt bei einem tragischen Arbeitsunfall. Er ertrinkt in einem Kessel voll heißem Spirit, als er in diesen gestürzt war. Der Manager der benachbarten Brennerei Lagavulin (Walter Graham) übernimmt die Geschäfte von Laphraoig. |
| 1857 |
Die Laphraoig Destillerie wird wieder von der Familie Johnston geführt, nachdem Donalds Sohn Dugald die Geschäfte übernahm. |
| 1860 |
rund um dieses Jahr wird die Ardenistiel Destillerie ein Teil von Laphroaig. |
| 1877 |
Dugald stirbt ohne Nachkommen zu haben, und seine Schwester Isabella übernimmt zusammen mit ihrem Mann Alexander Johnston (deren gemeinsamer Cousin) die Laphroaig Destillerie. |
| 1907 |
Alexander Johnston stirbt und vererbt die Laphroaig Destillerie an seine zwei Schwestern Catherine Johnston und Mrs. William Hunter (Isabella Hunter) . |
| 1908 |
Ian Hunter kommt auf die Insel Islay, um seiner Muter und seiner Tante beim Betrieb der Laphroaig Destillerie zu helfen. |
| 1923 |
Die Laphroaig Destillerie erweitert von zwei Brennblasen (Stills) auf vier. |
| 1927 |
Catherine Hunter stirbt, und Ian Hunter - ihr Neffe - übernimmt Laphroaig. |
| 1928 |
Auch Isabella Hunter stirbt und Ian wird Alleinbesitzer. |
| 1950 |
Ian Hunter formt die D. Johnston & Company Ltd. |
| 1954 |
Nun stirbt auch Ian Hunter kinderlos, und seine Sekretärin Elisabeth „Bessie“ Williamson wird Direktor und Vorstand der Laphroaig Destillerie. |
| 1967 |
Seager Evans & Company eine Tochterfirma von Long John Distillery kauft Laphroaig gänzlich, nachdem sie bereits seit 1962 einige Anteile an Laphroaig hielt. |
| 1968 |
Die Anzahl der Brennblasen (Stills) wird von vier auf sechs erhöht. |
| 1972 |
Bessie Campbell (ehemals Williamson) geht in Pension und ein weiterer Brennkessel wird installiert. Es sind nun insgesamt 7 Stills in Laphroaig. |
| 1975 |
Whitbread & Co. kauft Seager Evans & Co. |
| 1989 |
Der Spirituosenteil von Whitbread wird an Allied Distillers verkauft. |
| 1991 |
Allied Distillers bringen die 4 Caledonian Malts auf den Markt. (Sollte eine Nachahmung der 6 Classic Malts von Diageo werden) Laphroaig ist einer der vier Malt Whiskies (die anderen sind: Miltonduff, Glendronach und Tormore der später durch Scapa ersetzt wurde). |
| 1993 |
Ein schwerer Sturm deckt das pagodenförmige Dach der Laphroaig Destillerie ab, und wird aber repariert. |
| 1994 |
Seine Königliche Hoheit Prince Charles übergibt das „Royal Warrant“ – das königliche Wappen - an Laphroaig. Die „Friends of Laphroaig“ werden gegründet, und haben mittlerweilen über 200.000 Mitglieder. |
| 1995 |
Der Laphroaig 10 years in Fassstärke wird erstmals auf den Markt gebracht. |
| 2002 |
Der legendäre Destilleriemanager von Laphroaig - Ian Henderson - geht in die wohlverdiente Pension. |
| 2005 |
Fortune Brands wird der neue Besitzer von Laphroaig Distillery. |
| 2007 |
Ein Laphroaig 1980 vintage (27 years) und ein 25 jähriger werden auf den Markt gebracht. |